Informationen für gesetzlich Versicherte

 

Dieser Abschnitt soll einen kleinen Einblick darüber geben, welchen Weisungen der Physiotherapeut folgen muss und welchen Leistungsumfang Ihre Verordnung zu erfüllen hat. Bei offenen Fragen oder Unverständlichkeiten wenden Sie sich gerne direkt an mich.

 

"Das Leistungsrecht in den gesetzlichen Krankenversicherungen begrenzt den Leistungsanspruch des einzelnen Versicherten darauf, dass die Leistungen ausreichen, zweckmäßig und wirtschaftlich sein müssen.

Über das "notwendige Maß" hinausgehende oder unwirtschaftliche Leistungen können die Versicherten nicht beanspruchen, die Leistungserbringer dürfen sie nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen" (§12, Abs. 1 SGB V).

 

Leider ist bekannt, dass ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich nicht zwangsläufig ausreicht um das beste Ergebnis zu erzielen. 

 

Für die Physiotherapeuten bedeutet das, dass sie keinen Spielraum bei der Behandlungsgestaltung haben und den Vorgaben des Kassenvertrages und des Gesetzgebers folgen müssen. Bei Verstoß gegen die Vorgaben müssen Therapeuten unter Umständen mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen. 

 

Der Leistungsumfang einer Verordnung beinhaltet folgende Punkte:

  • Terminvergabe
  • Aufstellung eines individuellen Behandlungsplans 
  • Hilfestellung des Therapeuten
  • Durchführung der Leistung 
  • erforderliche Nachruhe
  • Verlaufsdokumentation
  • Sonstige Arbeiten (Vor und Nachbereitung, etc.)

Die Regelbehandlungszeit für diesen gesamten Leistungsumfang beläuft sich auf folgende Zeitvorgaben:

 

Klassische Massagetherapie: 15 Minuten

Krankengymnastische Einzeltherapie: 20 Minuten 

 

Würde dieser gesamte Leistungsumfang auf Ihre vorgeschriebene Behandlungszeit übertragen werden, würden Sie wahrscheinlich höchstens 10 Minuten zusammen mit Ihrem Therapeuten im Behandlungsraum verbringen. Da in 10 Minuten weder eine ausreichende Diagnose erhoben, noch eine zielführende Behandlung durchgeführt werden kann, planen wir für jede/n Patienten/in ausreichende (nicht vergütete!) Vor- und Nachbereitungszeiten ein um eine Nettobehandlungszeit von 20 Minuten gewährleisten zu können.

Informationen für privat Versicherte

 

Die Preisgestaltung der Physiotherapeuten ist in Deutschland nicht durch Gesetze oder Verordnungen geregelt. Dennoch wird vom Patientenrechtgesetz vorgelegt, dass die Preisgestaltung für den Patienten nachvollziehbar und einsehbar ist. Folglich muss der Preis für eine Therapie immer wieder zwischen Heilmittelerbringer und Patienten ausgehandelt werden. Diese Verhandlungen belasten nicht selten das Verhältnis zwischen Therapeut und Patient, da weder Therapeuten noch Patienten sicher vorhersagen können, bis zu welcher Höhe die jeweiligen privaten Krankenversicherungen die Kosten für die benötigte Therapie übernehmen. Dieser ungeregelte Zustand führt letztendlich dazu, dass die Kostenträger über ihre versicherten Patienten häufig versuchen den Preis für die Therapie zu drücken (vgl. GebüTh, 2017, 4).

 

Prüfen Sie deshalb unbedingt in Ihren Versicherungsbedingungen, welchen Prozentsatz, bzw. bis zu welcher Maximalsumme Ihre PKV die Kosten für Heilmittel übernimmt. Sollte dieser bei 100% liegen und ist kein Maximalbetrag, bzw. Selbsterhalt vereinbart, muss Ihre PKV die Rechnung in voller Höhe übernehmen, außer Sie haben einen Tarif vereinbart, der eine Beschränkung vorsieht. Haben Sie keinerlei Beschränkungen vereinbart darf Ihre PKV die Honorarrechnung nicht auf die beihilfefähigen Höchstsätze kürzen (vgl. Gerichtsurteil LG Köln, 14.10.2009, AZ: 23 O 424/08).